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Alleinerziehend - wer ist der Vater

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Ein Vaterschaftstest kann helfen, finanzielle Ansprüche zu sichern

Alleinerziehend zu sein, bedeutet fast immer, dass eine Mutter mit mindestens einem minderjährigen Kind in einer sogenannten Ein-Eltern-Familie lebt. Väter, die allein ein Kind erziehen, sind immer noch eine seltene Ausnahme. Die Ursachen dafür, dass ein Elternteil allein erziehend ist, sind unterschiedlich. Eine Scheidung ist der häufigste Grund, der zu dieser Familienform führen kann. Aber auch unverheiratete Mütter bleiben nach einer Trennung vom Vater im Vergleich viel häufiger mit dem Kind in einer Familie zusammen, als die dazugehörigen möglichen Väter.

Die leibliche, also biologische Mutter- und Vaterschaft steht für ein Kind immer fest. Die rechtliche Mutter- und Vaterschaft kann jedoch eine ganz andere sein. Die rechtliche Mutterschaft ist durch die Geburt oder auch Adoption gegeben. Wer der rechtliche Vater eines Kindes ist, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt: Vater ist wer zur Geburt des Kindes mit der Mutter verheiratet war, ein Kind adoptiert hat, die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt worden ist.

Anerkennung der Vaterschaft

Ein Mann ist dann rechtlich der Vater eines Kindes, wenn er zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Ist das nicht der Fall, so muss er nachträglich die Vaterschaft anerkennen. Stimmt die Mutter dem zu, so ist er im Sinne des Gesetzes Vater dieses Kindes. Problematisch wird die Situation, wenn der Mann die Vaterschaft nicht anerkennt. Eine Vaterschaft kann dann vor Gericht festgestellt werden.

Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft

Erkennt der Mann die Vaterschaft nicht an, so kann eine Vaterschaftsfeststellung vor Gericht zu betrieben werden. Dazu können mehrere Wege beschritten werden. Einerseits kann das Jugendamt durch eine freiwillige Beistandschaft die Feststellung einer Vaterschaft betreiben. Andererseits kann der Antrag auf Feststellung der Vaterschaft bei der Rechtsantragsstelle des zuständigen Familiengerichts am Amtsgericht bzw. beim gemeinsamen Amtsgericht in Familiensachen erhoben werden. Die Vaterschaft wird dann vom Gericht, häufig durch ein DNA-Gutachten, festgestellt.

Anfechtung der Vaterschaft

Eine bestehende Vaterschaft kann jedoch auch angefochten werden. Möglich ist das für alle Parteien, also auch für die Mutter und das Kind. Hierfür gilt jedoch eine Frist von zwei Jahren nach der Kenntnis von Umständen, die gegen eine Vaterschaft sprechen, für das Kind beginnt diese Frist nach seinem 18. Geburtstag. Mussten früher dafür noch schwerwiegende Zweifel an der bestehenden Vaterschaft dem Gericht vorgetragen werden, können seit dem Jahr 2008 Mütter, Väter und auch Kinder, bzw. deren gesetzliche Vertreter ihren Anspruch auf Anfechtung der Vaterschaft vor Gericht ohne weitere Voraussetzungen durchsetzen.