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Anstieg von Zwillingsgeburten

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Anstieg von Zwillingsgeburten in Deutschland

In Deutschland gibt es einen immer höheren Anteil an Mehrlingsgeburten, seit den 80er Jahren hat sich ihr Anteil verdoppelt.

Hinter diesem Anstieg vermutet man ein Medikament (Clomifen), welches zur Steigerung der Fruchtbarkeit von Frauen eingesetzt wird. Das Medikament ist ein sogenannter selektiver Estrogenrezeptormodulator und kann einen Eisprung auslösen. Clomifen steht auf der Verbotsliste der World Anti-Doping Agency (WADA), weil es in der Sportszene missbräuchlich nach dem Absetzen von Anabolika verwendet wird.

Das Arzneimittel wird Frauen verschrieben, die trotz ungeschütztem Sex nicht schwanger werden. Der Wirkstoff ist so effektiv, dass oft nicht nur eine Eizelle befruchtet wird, sondern gleich zwei oder drei. Man schätzt, daß etwa 15 % der durch den Wirkstoff begünstigten Schwangerschaften zweieiige Zwillinge oder Drillinge hervorbringen.

Mit der Zahl der Mehrlinge steigt aber leider auch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen oder eine zu frühe Geburt. Kinder, die vor der 37. Woche geboren werden, werden als Frühchen bezeichnet. In Deutschland werden jedes Jahr rund 63.000 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Das sind etwa 10 % aller in Deutschland pro Jahr geborenen Kinder. 8.000 Kinder sind Frühstgeborene, weil sie noch vor der 30. Woche auf die Welt kommen. Frühgeborene Kinder sind in der Regel gesundheitlich anfälliger, als die nach der Regelzeit geborenen Kinder. Auch bei der künstlichen Befruchtung (IVF – In Vitro Fertilisation) steigt die Wahrscheinlichkeit für Zwillingsgeburten. Aber auch das Alter, das Gewicht oder die Fitness der Mutter spielen eine Rolle.

Ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt kann per DNA-Analyse leicht festgestellt werden. Es wird lediglich ein Mundschleimhautabstrich der Mehrlingskinder benötigt. Im Labor der Eurofins Medigenomix Forensik GmbH in Ebersberg bei München (http://www.vaterschaftsanalyse.de/de/dna-analysen/verwandtschaftsanalysen/zwillingstest/) werden die genetischen Fingerabdrücke erstellt. Sind die DNA-Profile ununterscheidbar, handelt es sich um eineiige Zwillinge, sind die genetischen Fingerabdrücke der Testpersonen verschieden, handelt es sich um Zweieiige Zwillinge. Schwieriger wird es eineiige Zwillinge zu unterscheiden. Mit der normalen DNA-Untersuchung, wie sie z.B. beim Zwillings- oder Vaterschaftstest angewendet wird, ist dies nicht möglich. Jedoch kann eine neue, aufwendige DNA-Analyse aus dem Bereich des Next Sequencing Unterschiede zwischen eineiigen Zwillingen aufdecken. Dieser Nachweis wird z.B. von Polizeibehörden eingesetzt, wenn es um die Aufklärung von Straftaten geht, an denen Zwillinge beteiligt sein können. Einen Link finden Sie hier: http://www.vaterschaftsanalyse.de/de/info/aktuelles/genetische-unterscheidung-eineiiger-zwillinge/