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Australische Aborigines: Die frühesten Pioniere

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Einem internationalen Forscherteam unter Beteiligung von Prof. Bernd Brinkmann und Dr. Peter Forster in Münster ist es erstmalig gelungen, das menschliche Genom eines australischen Aborigines zu entschlüsseln. Die Ergebnisse, die in der neuesten Ausgabe vom amerikanischen Wissenschaftsjournal Science erscheinen, verfeinern unser Verständnis von der Besiedlung der Welt durch prähistorische Menschen vor mehr als 50,000 Jahren.

 Durch die Analyse des australischen Genoms beweisen die Forscher, daß australische Aborigines direkt von einer frühen menschlichen Besiedlungswelle vor etwa 70,000 Jahren vom Mittleren Osten nach Südostasien und letztlich Australien abstammen. Das wäre möglicherweise 24,000 Jahre früher als die Wanderungen nach Europa und Ostasiaten, von denen heutige Europäer und Ostasiaten abstammen.

Die Untersuchung basiert auf einer Haarlocke, die ein australischer Aborigine einem britischen Anthropologen in der Goldfields Region im Westen Australiens im frühen 20. Jahrhundert gegeben hat. Hundert Jahre später haben die Forscher DNA von diesem Haar analysiert, und benutzten es um die genetische Zusammensetzung der ersten Australier zu untersuchen, und um zu verstehen, wie frühe Menschen die menschenleere Welt außerhalb Afrikas besiedelten. Das australische Genom, das übrigens keinerlei Vermischung mit modernen europäischen Australiern aufweist, offenbart, daß sich die Vorfahren des australischen Mannes von den Vorfahren anderer Menschenrassen vor etwa 64-75,000 years ago trennte. Australische Aborigines stammen daher von den frühestem Volk, das nach Südostasien wanderte bis es schließlich Australien vor etwa 50,000 Jahren erreichte. Dies bedeutet, daß Australier eine ausgesprochen lange Beziehung mit dem Land haben, auf dem sie heute leben. Dieses Forschungsprojekt wurde mit der vollen Unterstützung der Goldfields Land and Sea Council unternommen, eine Organisation, die traditionelle Ureinwohner als Landeigentümer der Region repräsentiert.

Dr. Peter Forster am Institut für forensische Genetik in Münster und an der Universität Cambridge hatte bereits 2007 in Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen aus Estland, Cambridge, Deutschland und den USA eine Untersuchung an australischen Aborigines unternommen, bei der sich herausstellte, daß die Vorfahren der australischen Aborigines recht schnell, innerhalb von 5000 Jahren, von Afrika entlang des indischen Ozeans bis nach Neu Guinea und Australien wanderten. Dementsprechend sind die australischen Aboriginals entfernt verwandt mit ihren nördlichen Nachbarn, den heutigen Bewohnern Neu Guineas und Melanesiens. Jüngere Kontakte mit Asiaten in den letzten 50,000 Jahren hatten Forster und Kollegen 2007 nur ansatzweise gefunden, aber solch ein Kontakt wird in der gegenwärtigen Studie erhärtet.

Professor Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen, der Leiter der jetzigen Studie, erklärt: "Australische Ureinwohner stammen von den ersten geographischen "Erkundungsreisenden" der Menschheit. Während die Vorfahren der Europäer und Asiaten noch irgendwo in Afrika oder im Mittleren Osten saßen, zunächst ohne ihre neue Welt weiter zu erkunden, haben sich die Vorfahren der Australier Aborigines rasch ausgebreitet; sie sind die ersten Menschen, die unbekanntes Terrain in Asien und schließlich die Meeresüberquerung nach Australien bezwangen. Es war eine wahrlich erstaunliche Reise, die ausgesprochene Überlebensstrategien und Mut verlangte."

Diese Studie hat weitere Konsequenzen für unser Verständnis, wie der moderne Mensch vor über 50,000 Jahren den Globus durchquerte. Bis jetzt gelang die Analyse von menschlichen Genomen nur an Probenmaterial, das im gefrorenen Zustand konserviert war. Die Forscher haben nun gezeigt, dass Haar unter viel ungünstigeren Bedingungen für Genomanalysen benutzt werden kann, und zwar ohne das allgegenwärtige Risiko einer Kontamination wie in Material von alten Knochen und Zähnen. Anhand der Analyse von Museumssammlungen, und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Nachfahren in den betreffenden Gebieten, können Forscher nun die genetische Vorgeschichte von eingeborenen Völkern weltweit angehen, sogar dann, wenn solche Völker in der modernen Welt bereits weitergezogen sind, sich vermischt haben oder ganz ausgestorben sind.

Kontaktdetails von Dr. Peter Forster / Prof. Bernd Brinkmann:

Dr. Peter Forster / Prof. Bernd Brinkmann
Institut für Forensische GenetikIm Derdel 8,
48161 MünsterEmail: forster@ifg-ms.de
Tel. 02534-53869-10

Kontaktdetails der Projektleiter:

Prof. Director Eske Willerslev
Centre for GeoGenetics

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Genetic Ancestor Ltd. und Eurofins Medigenomix arbeiten bereits seit 2002 zusammen. Eurofins Medigenomix führt die DNA Analysen in seinem europaweit führenden Labor durch und sendet die Ergebnisse an Peter Forster für die Auswertung und Übermittlung an den Kunden. Die Abstammungsanalysen mit mitochondrialer und Y-Chromosomaler DNA können Sie direkt bestellen bei Dr. P. Foster über Roots for Real