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Raucher verlieren ihre Y-Chromosome

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5.12.2014

Raucher verlieren ihre Y-Chromosome

Wissenschaftler der Universität Uppsala stellten im Science Magazin ihre neuesten Studienergebnisse vor. Während sie in ihren vorherigen Studienergebnissen zeigen konnten, dass eine Verringerung der Y-Chromosome die Lebenserwartung der Männer einschränkt und ihre Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben, erhöht (2), zeigen sie nun, einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Abnahme eben dieser Chromosome (1).

Das Rauchen einer ganzen Reihe unterschiedlicher Erkrankungen Vorschub leistet, ist inzwischen unbestritten. Rheuma und Spermienschäden können die Folge sein und auch schädigende Auswirkungen auf die Kinder rauchender Eltern.

Großes Risiko für männliche Raucher

Lars Forsberg ist Genetiker an der Uni Uppsala und Co-Autor dieser neuen Studie. Er unterstreicht das hauptsächliche Ergebnis. Laut seiner Aussage unterliegen männliche Raucher einem größeren Risiko des Verlustes der Y-Chromosome. Zellen können ohne das Chromosom überleben, aber das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt mit der Verlustrate.

Studiengruppe

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie über 6.000 Männer. Nur Männer besitzen ein Y-Chromosom, daher wurden Raucherinnennicht in diese Studie integriert.

Alle Teilnehmer waren über 48 Jahre alt. Sie wurden in 3 Studiengruppen aufgeteilt. Es konnte auch ausgeschlossen werden, dass die Teilnehmer vielleicht von Natur aus eine geringe Anzahl an Y-Chromosomen hatten, da viele von ihnen bereits seit 1974 beobachtet werden.

Was verursacht den Chromosomenverlust

Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene Einflüsse, so auch Lebensstil oder persönliche medizinische Gründe. die zu der Reduzierung an Y-Chromosomen führen können. Sie werteten dafür Alter, Blutdruck, Diabeteswerte, Trink- (Alkohol) und Rauchgewohnheiten aus und stellten fest, dass der Chromosomenverlust in den Blutkörperchen bei Rauchern höher war, als bei Nichtrauchern.

Chromosomenverlust möglicherweise umkehrbar

Die Wissenschaftler konnten in ihrer Studie belegen, dass die Höhe des Chromosomenverlusts abhängig ist von der Höhe der Nikotindosis. Zudem sahen sie, dass der Verlust möglicherweise rückgängig zu machen ist. Denn der Anteil an Y-Chromosomen jener Studienteilnehmer, die aufhörten zu rauchen, ähnelte jenen, die nie geraucht hatten.

Warum bedingt Chromosomenverlust Krebs

Bisher waren Krebserkrankungen durch Rauchen damit erklärt worden, dass die Chemikalien in einer Zigarette die DNA schädigt und der Verlust an Y-Chromosomen mit Krebserkrankungen einhergeht. Die neuesten Forschungsergebnisse deuten auf die Vermutung hin, dass die Immunzellen im Blut, die ihre Y-Chromosomen verloren haben, damit auch ihre Möglichkeit verlieren, gegen den Krebs zu kämpfen.

Für Forsberg und sein Forscherteam bleibt auch nach dieser Studie noch viel Arbeit. Unter anderem wollen sie feststellen, welche Blutzellen eher Y-Chromosome verlieren und welche nicht. Sie wollen genauer erklären, warum der Verlust an Y-Chromosomen zu höheren Krebsraten und geringerer Lebenserwartung führt.

Quellen:
(1) http://www.sciencemag.org/content/early/2014/12/03/science.1262092
(1) http://www.eurekalert.org/pub_releases/2014-12/uu-sah120114.php
(2) http://www.nature.com/ng/journal/v46/n6/full/ng.2966.html

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Photographer : BlackJack3D
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